Karlsplatz

Bei einer Tour durch die schöne Hauptstadt Österreichs kommt man am Karlsplatz nicht vorbei. Er bietet Architektur- und Kulturinteressierten eine Menge Sehenswürdigkeiten und lädt mit Parkflächen zum Verweilen im Grünen ein.
Der Platz befindet sich in zentraler Wiener Lage im Grenzbereich zwischen den Gemeindebezirken Innere Stadt und Wieden.

Geschichtliches

Der Platz erhielt im Jahre 1899 seinen Namen von Kaiser Karl VI. Dieser hatte während der Pestepidemie 1713/14 ein Gelübde zur Errichtung einer Kirche abgelegt. Das Gelübde wurde erfüllt und von 1716 bis 1737 die Karlskirche erbaut, die heute eines der Wahrzeichen Wiens ist.

Lange Zeit verband die 1854 errichtete Elisabethbrücke, die über den Wienfluss führte, die Stadtteile Wieden und Innere Stadt. 1897 wurde die Brücke jedoch abgerissen, was maßgeblich zur Entstehung des Karlsplatzes beitrug. Erst durch die Einwölbung des Flusses entstand ein langgestreckter Platz. Dieser sollte mit repräsentativen und wahrzeichenhaften Gebäuden versehen werden.
Um die Gestaltung des Platzes gab es öffentliche Kontroversen, nachdem der Gemeinderat 1901 einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben hatte. Der berühmte Architekt Otto Wagner entwarf einen Plan für ein Stadtmuseum, gegen den es jedoch vor allem aus Adelskreisen viel Widerstand gab. Sein Kontrahent war Friedrich Schachner, der mit einem konservativ-historistischen Projekt besser punkten konnte.

Architektenwettbewerbe haben am Karlsplatz eine lange Tradition, so gab es 1969 eine große Planung zum U-Bahn-Bau und zwei Jahre später zur Gartengestaltung. Der Plan eines schwedischen Gartenarchitekten, der einen ovalen Teich vor der Karlskirche errichtete, wurde medial recht kritisch aufgenommen.
Seit 2006 gibt es wesentlich mehr Grünflächen auf dem gesamten Areal. Der Resselpark (benannt nach dem Erfinder Josef Ressel) wurde vergrößert und mit dem Esperanto- und Girardipark zwei weitere grüne Lungen in der Stadt geschaffen.

Historische Bauwerke rund um den Karlsplatz

Beim Spaziergang durch den Resselpark werden Sie auf die oben erwähnte Karlskirche stoßen. Sie ist eine der bedeudendsten barocken Kirchen des Landes und steht unter Denkmalschutz. Das prunkvolle Innere, vor allem der Chorraum und das Kuppelfresko, sind sehenswert.

Zudem bietet das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtete Künstlerhaus sehenswerte Ausstellungen zu Malerei, Bildhauerei und angewandter Kunst.
Um 1900 war Wien Zentrum des Jugendstils, der auch als Secessionsstil bezeichnet wurde. In dessen Tradition wurde 1897/98 das Wiener Secessionsgebäude errichtet, das heute ein Ausstellungsraum für moderne Kunst ist.

Attraktionen

Das Wien Museum ist für Kunstfreunde und Geschichtsinteressierte eine große Schatzgrube. Es enthält eine ständige Kunstsammlung und eine historische Sammlung zur Wiener Stadtgeschichte von der Jungsteinzeit bis zum 20. Jahrhundert. Der Schwerpunkt der Kunstausstellung liegt auf dem 19. Jahrhundert und dem Wiener Jugendstil, dessen bekanntester Vertreter der mit einigen Werken ausgestellte Gustav Klimt ist.

Der sehr belebte Karlsplatz ist nicht nur ein historisches, sondern auch ein modernes Zentrum für öffentliche Kultur. In den letzten Jahren gab es hier öffentliche Kunstausstellungen, Musikkonzerte und Performanceaktionen.

Öffentliche Erreichbarkeit

Aufgrund seiner zentralen Lage ist der Karlsplatz sehr gut mit zahlreichen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Die gleichnamige Station ist Haltepunkt der U-Bahnlinien U1, U2 und U4. Dort halten zudem die Straßenbahnlinien 1 und 62 sowie die Autobuslinien 4A und 59A.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die Haltestelle „Oper, Karlsplatz“. Beim dortigen Aufgang „Kärntner Ring“ halten die Straßenbahnlinien 1, 2, D und 71 sowie die Autobuslinie 2A.

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